Zukunftsfähige Gesellschaft

Was muß eine zukunftsfähige
Gesellschaft und ihre Wirtschaft lernen?

Die Entwicklung

Der Wert eines Buches kann nicht aus seinem Gewicht erschlossen werden, das Betriebsklima eines Unternehmens kann man nicht anfassen, dennoch ist es da. In der heutigen Wirtschaft arbeiten mehr als 80 % der Menschen vorwiegend mit Menschen zusammen, die Schnittstelle "Mensch - Mensch" wird daher zur wichtigsten Quelle für Produktivität und Wachstum (Leo A. Nefiodow, 2002). So gewinnen die immateriellen Faktoren bzw. die "weichen Phänomene" mehr und mehr an Bedeutung. Selbstverständlich müssen wir unabhängig davon auch darüber nachdenken, was Wachstum in Zukunft eigentlich bedeutet.

Auf der Suche nach heute noch in der Gesellschaft schlummernden großen Produktivitätsreserven sowie ungenügend genutzten Innovationspotenzialen, die voraussichtlich einen Lebenszyklus von 40 - 60 Jahren und ein Volumen von mindestens 2.000 Mrd. US Dollar haben, kristallisierte sich unter anderen Bereichen insbesondere der Gesundheitssektor heraus. Indikatoren für Gesundheit sind nach einer Definition der WHO dabei vor allem ein stabiles Selbstwertgefühl, ein positives Verhältnis zum Körper, Freundschaft und soziale Beziehungen, eine intakte Umwelt, eine sinnvolle Arbeit und gesunde Arbeitsbedingungen, Gesundheitswissen und Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie eine lebenswerte Gegenwart und eine begründete Hoffnung
auf eine lebenswerte Zukunft.

Psychosoziale Gesundheit – Faktor Mensch

Der wichtigste Produzent, Anbieter, Träger, Übermittler, Anwender und Konsument von Informationen ist der Mensch. Deshalb wird der Mensch in der Gesellschaft auch immer stärker zum produktivitätsbestimmenden Faktor. Für seine Produktivität ist eine gute Fachausbildung nach wie vor unverzichtbar, ebenso natürlich leistungsfähige Organisationen, Netze und Techniken.

Es muss aber etwas hinzukommen, das bisher in dieser Art vielleicht nicht unbedingt benötigt oder ausreichend erkannt wurde: Kompetenz in der Gewinnung, im Austausch und in der konstruktiven Verwertung von Informationen. Für eine produktivere Nutzung von Informationen sind die Menschen jedoch nicht gut vorbereitet. Die Schäden und Verluste, die durch Angst, Misstrauen, Mobbing, Streit, Demotivation, Depression, Aggression, Drogen, Kriminalität - also durch seelische und soziale Störungen - verursacht werden, behindern die Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Für eine höhere Produktivität der Informationsgesellschaft wird vor allem eine bessere psychosoziale Gesundheit benötigt.

Psychosoziale Störungen und Erkrankungen als Folge unzureichender innerer Informationsverarbeitung und veränderter Werte bilden inzwischen eine erhebliche Barriere für die Fortentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Ihre destruktiven Auswirkungen – Gewalt / Kriminalität / Drogen / Umweltzerstörung / Energieverschwendung / Ausgaben fürs Militär / Ausgaben für innere und private Sicherheit / soziale Kosten (Streiks, Arbeitslosigkeit, Zerrüttung von Familien) / Gesundheitsschäden etc. – haben in den letzten Jahrzehnten unverhältnismäßig stark zugenommen.

Seit Mitte der achtziger Jahre wird der Anstieg psychischer Belastungen und Fehlverarbeitung in der Arbeitswelt registriert, die sich in erhöhten krankheitsbedingten Fehlzeiten aufgrund psychischer Störungen widerspiegeln.

Die wichtigsten Wachstumsbarrieren sind z. Zt. deshalb
1. die unzureichende Produktivität der zwischenmenschlichen Beziehungen und
2. die ökologischen und gesundheitlichen Schäden, die der Industrialisierungsprozess der
    letzten 200 Jahre in vermehrtem Maße hinterlassen hat.

Bessere Qualität an Basiskompetenzen

Schon 10 % weniger Destruktivität würden jährlich 1.000 Mrd. US Dollar freisetzen und dadurch einen Innovationsschub auslösen, der neue Arbeitsplätze schaffen könnte. Basisinnovation und Träger der nächsten langen Phase der Prosperität wird deshalb Gesundheit im ganzheitlichen Sinne - körperlich, seelisch, geistig, sozial, ökologisch - sein! Mit den traditionellen produktivitätssteigernden Mitteln (Technologie, Chemie, Kapital, logisches Fachwissen) lässt sich Gesundheit im ganzheitlichen Sinne nicht erschließen. Sie heilen weder Krankheiten noch vermitteln sie ein stabiles Selbstwertgefühl. Um Gesundheit im ganzheitlichen Sinne zu erschließen, bedarf es einer wesentlich besseren Qualität von Basiskompetenzen wie der Selbstführung, der Selbstführung im zwischenmenschlichen Umgang und im Umgang mit der natürlichen Umwelt.

In Zukunft wird deshalb keine Maschine / keine Hardware, sondern der Mensch mit seinen seelischen, ethischen und sozialen Potenzialen im Mittelpunkt des Wirtschaftsgeschehens und gesellschaftlicher sozialer Evolution stehen! Hier geht es also um Gesundheit im systemischen Sinne, das heißt, physisch, seelisch, geistig, sozial und ökologisch. Wichtiger als die Erkennung und Behandlung von Krankheiten wird auch die Hinwendung zur Gesundheit werden - also auch Prävention und Gesundheitsförderung.



 


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