Psychokardiologie und Neuropsychologie lenken die Aufmerksamkeit insbesondere auf Wechselwirkungen zwischen Herz und Psyche

Psychokardiologie und Neuropsychologie

13.04.2016

Begünstigt unser moderner Lebensstil funktionelle Herzrhythmusstörungen?

Experten diskutieren in Frankfurt am Main: Herzrasen, Herzstolpern, Pausen in der Herzschlagfolge – all das sind unangenehme und für Patienten oft beängstigende Symptome, mit denen Herzrhythmusstörungen auf sich aufmerksam machen können. Wie die Kantar Health Umfrage „Deutschlands gestresste Herzen“ von 2015 zeigt, haben 21 Prozent der Befragten, also umgerechnet 17 Mio. Bundesbürger, schon mal unter unerklärbarem Herzstolpern gelitten, 60 Prozent haben aus diesem Grund schon einmal einen Arzt konsultiert – und ein Drittel der Befragten nennt als Ursache für ihre Herzrhythmusstörungen: Stress. In Frankfurt am Main diskutierten nun Experten, ob und inwieweit unser moderner Lebensstil eventuell funktionelle Herzrhythmus-
störungen begünstigen kann.

Markus-Claudius Jejkal, stellvertretender Klinikleiter der psychosomatischen Klinik Wollmarshöhe in Bodnegg, erklärt die Pathologie stressbedingter Herzrhythmus-
störungen wie folgt: „Infolge eines erhöhten Cortisolspiegels werden vermehrt Mineralokortikoide freigesetzt, sprich die Konzentration an Aldosteron steigt an. Hohe Aldosteronspiegel bewirken eine stärkere Rückresorption von Natrium sowie eine erhöhte Ausscheidung von Kalium. Gleichzeitig kommt es zu einer verminderten Rückresorption von Magnesium. Folglich entsteht eine entsprechende Verschiebung im Kalium- und Magnesiumhaushalt.“ ”Eine ausgeglichene Versorgung mit Kalium und Magnesium ist jedoch Grundvoraussetzung für einen regelmäßigen Herzschlag.” […]

„Wir beobachten wechselseitig bedingte Stressphänomene seit Jahren und zunehmend in unserem Praxisalltag.” „Psychische Belastungen leisten nicht nur Burn-out und Depressionen Vorschub. Sehr viele Krankheitsbilder zeigen wesentliche Zusammenhänge zwischen seelischen und organischen Symptomen. Herzrhythmusstörungen, ”Herzangst” und andere Symptome mit Wechselwirkungen zwischen Herz und Psyche messen wir schwerpunktmäßig eine besondere Rolle zu.” So Prof. Dr. med. Kilian Mehl, Leiter der Klinik Wollmarshöhe.

Die Klinik Wollmarshöhe bietet für Patienten mit Symptomen aus dem psychosomatischen- / kardiologischen Symptomkreis sehr genaue Möglichkeiten der Diagnose und Behandlung. Hierzu arbeiten die Excellence-Abteilungen Kardiologie / Psychokardiologie und Neurologie / Neuropsychologie interdisziplinär unter einem Dach. Umfassende Ausstattung und großzügige Räumlichkeiten ermöglichen eine exakte, individuelle Diagnose und Therapie, die genau diesen Patientengruppen eine sehr gute Betreuung gewährleistet. Die umfangreichen therapeutischen Möglichkeiten der Klinik Wollmarshöhe stehen allen Patienten im stationären wie auch im ambulanten Rahmen offen.

Die Excellence-Abteilungen werden im Moment weiter ausgebaut, um neueste wissenschaftliche Kenntnisse künftig noch besser mit in die Behandlung einbeziehen zu können. Die Eröffnung des neuen Erweiterungsbaus ist für Herbst 2016 geplant. Die Klinik Wollmarshöhe wird hierzu noch im Einzelnen informieren.

Expertenrunde (Bild 2, v. l. n. r.):
Kai Götte, Allgemeinmediziner, Friedrichsdorf
Dr. Elke Parsi, niedergelassene Fachärztin für Kardiologie, Berlin
Michael Meixner, Allgemeinmediziner und Diabetologe, Witzenhausen
Dr. Rainer Haarfeldt, Internist und Sportmediziner, Ruhpolding
Markus-Claudius Jejkal, stellvertretender Klinikleiter der psychosomatischen Klinik Wollmarshöhe, Bodnegg

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