Wissenschaftlicher Beirat des Magazins e&l

Dr. med. Kilian Mehl als neuer wissenschaftlicher Beirat des Magazins e&l, erleben und lernen, Internationale Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen

„Der Herausgeber-Beirat der e&l hat Zuwachs bekommen! Auf den folgenden Stellen wir unsere neuen Beiräte per Interview vor. Wir freuen uns auf ihre Mitarbeit, Kritik, Anregungen, Impulse, Lob - kurz über alles, was uns gemeinsam in unserem Anliegen, der Erlebnispädagogik, weiterbringt.“ So berichtet das Magazin in seiner Ausgabe 3&4/2021.

Im Folgenden lesen Sie das kurze Interview mit Dr. Mehl:

Was reizt mich an der Erlebnispädagogik / dem Erfahrungslernen?

Im Rahmen der psychosomatischen Behandlung stellten wir fest, dass man weder dysfunktionale Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster als auch dysfunktionale Lebensumstände oder Lebensgewohnheiten ausreichend in der gemütlichen Gesprächsecke des Psychotherapeut*in bearbeiten kann. Es gehört die vollumfängliche Miteinbeziehung von Körper, Seele und Geist dazu, also die ganzheitliche Betrachtung der „Systemkonzeption Mensch“. Es darf nicht bei Erkenntnissen bleiben, sondern muss zu eigenen Erfahrungen mit Körper, Seele und Geist kommen.

Es gilt, korrigierende kognitive, emotionale und somatische Erfahrungen zu machen, die Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster verändern oder auch bestätigen.

Wir entwickelten daraufhin in den neunziger Jahren einen therapeutischen Hochseilgarten und nach und nach die Erfahrungsorientierten Therapien (EOT), die aus den anfänglichen Ideen der schon seit Kurt Hahn bestehenden Erlebnispädagogik kommend, nun medizinisch und psychotherapeutisch nutzbar wurden. Wir führten Studien durch, und es erschien ein Buch dazu usw. EOT ist ein fester Bestandteil in der Klinik vom therapeutischen Bogenschießen, den Hochseilexpositionen, interaktionellen Outdoorgruppen, Naturtherapeutischen Maßnahmen etc.

Erfahrungen prägen die Persönlichkeit und die Basiskompetenzen der Menschen. Damir werden die Erfahrungen und die mit ihnen verbundenen Methoden nicht nur in der Psychosomatik und den Neurowissenschaften bedeutend, sondern auch in soziologischen, gesellschaftlichen und philosophischen Betrachtungen und entsprechender Forschung. Erlebnispädagogik und Erfahrungsorientierte Therapie sind keine „Rand- oder Nebenwissenschaften“, sondern haben zentrale Bedeutung für die Gesellschaften.

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